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Langsamer Bildaufbau und hohe CPU Last

Bei diesem Knowledge Base Artikel handelt es sich um einen Archiveintrag, der 1:1 aus den FAQv1 Beiträgen übernommen wurde. Er dient dazu, auch Lösungen für ältere Versionen nach wie vor anzubieten und durchsuchbar zu machen.

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Sie haben NetSupport Manager im Einsatz und stellen erhebliche Performance-Probleme fest.

  • Sie verwenden Sie z.B. HP Proliant ML110 G6, HP Proliant DL 380p Gen8, Dell PowerEdge R410, Dell PowerEdge R515, Fujitsu PRIMERGY Server o.ä.
  • Beim Aufbau der Verbindung belastet der NSM CLIENT die CPUs mit 25 % bei W2k8 R2-Systemen und 50% bei W2k3-Systemen (über alle verfügbaren CPU/Kerne).
  • Bei diesen Systemen wird die Tastatur-Eingabe extrem verzögert (z.B. dauert die Eingabe des Kennworts mehrere Sekunden, der Anmeldevorgang mehrere Minuten).
  • Nach der Anmeldung am System wird jede Eingabe, egal ob diese mit der Maus oder über die Tastatur erfolgt, um mehrere Sekunden verzögert ausgeführt.
  • Die Fernsteuerung eines solchen Serversystems über NSM ist somit nicht möglich, wobei per Remote-Desktop das gleiche Systeme zu diesem Zeitpunkt flüssig administriert werden kann, während gleichzeitig die NSM-Session noch aktiv ist.
  • Die in der unteren Statusleiste des CLIENT Fenster angezeigte Framerate liegt bei lediglich 1-2 fps.
  • Dieses Problem tritt sowohl im (default) GDIHook- als auch im Screen-Scrape Modus auf.
  • Sobald die Verbindung zwischen NSM CLIENT und NSM CONTROL getrennt wird, sinkt die CPU-Last wieder auf 0%.

Ursache

Alle Serversysteme, welche dieses Problem zeigen, verwenden einen onBoard Grafikchip der Reihe "Matrox G200e (ServerEngines)".Desweiteren verwenden diese Systeme i.d.R. den durch den jeweiligen Hersteller (z.B. HP, Dell, Fujitsu o.ä.) zur Verfügung gestellten Grafikkartentreiber.Diese Treiber sind jedoch i.d.R. total veraltet und stammen z.T. von 2008.

Der Variante "ServerEngines" fehlen z.B. wichtige Funktionen zum schnellen Zugriff (Hardware Overlay, Hardwarebeschleunigung, etc.), welche für einen Betrieb in einer technisch orientierten Umgebung für "nicht zwingend notwendig" erachtet werden.
In einer Analyse für PCI Geräte wird dieser onBoard Grafikchip als Matrox-Gerät mit der ID 0x0522 ausgeben, während die voll funktionsfähigen Steckkarten der vergleichbaren Generation mit 0x0521 oder 0x0520 gemeldet werden.
Somit akzeptiert dieser G200e onBoard Grafikchip vollwertige Matrox G200 Grafikkartentreiber nicht.

Da auf der Herstellerseite von MATROX keine Informationen zur Variante G200e (ServerEngines) zu finden sind, ist davon auszugehen, dass es sich beim G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip um eine OEM Variante handelt, welche rudimentäre Grafik-Grundfunktionen für den Serverbetrieb zur Verfügung stellt und von diversen Herstellern von Serversystemen bzw. -boards als kostengünstige Grundausstattung verbaut wird. Die Bereitstellung von (angepassten) Treibern ist Sache des jeweiligen System-Herstellers.

Hinweis: (Stand 08/2013)

Der Hersteller NETSUPPORT arbeitet derzeit an einer Lösung, um diese gegebene Problematik umgehen zu können.
Bis dahin verwenden Sie bitte einen der vier aufgezeigten Lösungswege, um weiterhin den NetSupport Manager wie gewohnt einsetzen zu können.

Lösungsvorschläge

#1 - Standard VGA

Nach Deinstallation des Matrox Grafikkartentreibers und Verwendung des Standard VGA Treibers des Betriebssystems tritt dieses Problem nicht mehr auf.
Die Prozessorlast, die vom NSM CLIENT (client32.exe) erzeugt wird, liegt damit wieder permanent zwischen 0% und 2%.
Der Zugriff auf die betroffenen Serversysteme ist auch im Screen-Scrape Modus wieder - wie gewohnt - sehr reaktionsschnell.
Die in der unteren Statusleiste des CLIENT Fenster angezeigte Framerate liegt nun wieder bei 12-18 fps.

#2 - WHQL Treiber

Ein ähnliches Ergebnis konnte ebenfalls mit einem WHQL Treiber für den Matrox G200e (ServerEngines) Grafikchip erzielt werden, wie er aktuell z.B. von INTEL für seine ServerMainboards mit Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip zum Download angeboten wird.

Bei einem WHQL Treiber handelt es sich um einen von Microsoft zertifizierten und digital signierten Gerätetreiber.
Dieser Treiber kann problemlos auch auf HP, DELL, Fujitsu oder anderen Serversystemen verwendet werden.

#3 - Downgrade NetSupport Manager

Das beschriebene Problem tritt erst bei Verwendung des NetSupport Manager ab Version 11.30 auf und liegt darin begründet, dass im Hintergrund Wechselwirkungen mit der Grafikkarte stattfinden, welche durch das "nicht vorhanden sein" von Features auf Seiten der Grafikkarte bzw. onBoard Grafikchip ausgelöst werden.

Führen Sie deshalb ein Downgrade einer vorhandenen CLIENT Version 11.30 auf Version 11.00.10 durch.

Da die Setup Routine kein Downgrade vorsieht, müssen Sie die aktuellere Version 11.30 zuerst deinstallieren.
Um anschliessend eine neue Version installieren zu können, müssen Sie zuerst einen Reboot durchführen, da Sie ansonsten mit der Meldung "Dienst PCIsys ist zum löschen vorgesehen" konfrontiert werden.

Diese Meldung stammt von Ihrem Betriebssystem und wird dann angezeigt, wenn Sie einen Gerätetreiber deinstalliert haben und direkt im Anschluss erneut installieren wollen.
Da Windows zur Laufzeit den Gerätetreiber PCIsys.sys noch aktiv im Arbeitsspeicher in Benutzung hat, kann der entsprechende Eintrag in der Registry nicht entfernt werden.
Windows kann die DeInstallation eines Gerätetreibers systembedingt erst nach einem Reboot abschliessen.

Wird dieser Reboot nach der Deinstallation des NetSupport Manager CLIENTS nicht durchgeführt, hat die Windows Installation eben jenen Hinweis vermerkt, dass der Gerätetreiber PCIsys.sys beim nächsten Reboot entfernt werden muss. Und so lange Windows über diesen Eintrag verfügt, können Sie jenen Gerätetreiber nicht ersetzen bzw. neu installieren.

Führen Sie also bitte einen Reboot durch und starten Sie erst dann die Installation des CLIENT Version 11.00.10.

#4 - Hardwarebeschleunigung deaktivieren

Deaktivieren Sie die Hardwarebeschleunigung der Matrox G200e (ServerEngines), wenn Sie weiterhin Version 11.30 nutzen wollen bzw. müssen. Durch das Deaktivieren dieses (von der Matrox G200e (ServerEngines) nicht unterstütze) Features wird das beschriebene Problem umgangen.

#5 - Einbau einer dezidierten Grafikkarte

Bauen Sie in das betroffene Serversystem eine (leistungsstärkere) Grafikkarte ein und verwenden Sie diese.

Da die Ursache des Problems eindeutig der Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip ist, erkundigen Sie sich bitte beim Anbieter Ihres jeweiligen Serverboards nach aktualisierten Treibern oder verwenden Sie alternativ den Standard VGA Treiber Ihres Betriebssystems. Da der Standard VGA Treiber in den meisten Fällen den grafischen Anforderungen an ein Serversystem genügt und zudem automatisch installiert wird, kann somit eigentlich darauf verzichtet werden kann, den jeweils Herstellerspezifischen bzw. WHQL-Treiber für den Matrox G200e (ServerEngines) onBoard Grafikchip zu installieren.

Update ( Stand 03.02.2014)

Nach einigen ausführlichen Tests beim Hersteller NETSUPPORT bestätigt sich die bisherige Meinung, dass es sich beim geschilderten Problem nicht um ein Problem des NetSupport Manager handelt, sondern um ein grundlegendes Performance Problem des verbauten Chipset Matrox G200e bzw. Matrox G200eh und der entsprechend verwendeten Treiber.

Nach einer detaillierten Überprüfung des G200e und G200eh Video-Chipsätze wird klar, dass diese als Low-End-Grafik-Chipsätze einzustufen sind.
Benchmark-Tests zeigen überdeutlich die geringe Leistungfähigkeit dieser Video-Chipsätze auf.
Bitte beachten Sie die folgende Grafik der Performance-Benchmark-Ergebnisse für die G200e Chipsätze gegen andere Videokarten, um den Unterschied in der Leistung zu sehen und vergleichen zu können.

Weitere Untersuchungen zeigten auch, dass das Thema "langsamer Bildaufbau" zu Maschinen mit dem G200e Chipsatz nicht auf NetSupport Manager alleine beschränkt ist.

So meldet z.B. der Hersteller von Teamviewer das gleiche Problem und rät ebenfalls zum Ausschalten der Hardwarebeschleunigung für Rechner mit G200 Chipsätze aufgrund der schlechte Leistung dieses Chipsätze. Für Screen Connect von Edovia rät ein weiterer Hersteller, die Matrox G200e Video-Treiber zu deinstallieren und stattdesen den Standard-VGA-Treiber zu verwenden, um das Problem der geringen Leistungfähigkeit zu umgehen bzw. abzumildern.

Es bestätigt sich hiermit, dass das geschilderte Problem auf die geringe Leistungsfähigkeit der Matrox Video Chipsätze zurückzuführen ist und sich nicht auf einen Fehler in NetSupport Manager bezieht.